Dicke Backe – was tun? Ursachen, Behandlung, Abszesse und Zahnfleisch, dass plötzlich dick wird.

Eine dicke Backe hat meistens gravierende Ursachen und sollte nicht unterschätzt werden. Gründe dafür können sein:

  • Ein eitriger Abszess im Weichgewebe durch Bakterien
  • Entzündungen von Kaumuskeln
  • Entzündungen der Gelenkkapsel
  • Speichelsteine

Was tun?:

Auf jeden Fall einen Zahnarzt aufsuchen. Besonders bei Abszessen, die sich in Richtung Hals oder Auge ausbreiten sollte man schnell handeln.

In der Zwischenzeit können Sie kalte Umschläge anwenden und entzündungshemmende Schmerzmittel (Ibuprofen) einnehmen.

Wir helfen Ihnen gern. Rufen Sie jederzeit an.

Dicke Backe meistens also ein Zahnabszess!  

  • was ist das, wie entsteht er und wie wird er behandelt?

Was ist ein Zahnabszess?

Ein Abszess ist eine mit Eiter gefüllte Kammer, die von Gewebe umgeben ist. Abszesse können praktisch überall in unserem Körper auftreten, z.B. in der Leber, der Lunge, dem Gehirn, der Zunge und den Zähnen. Der eitrige Inhalt in der Kammer besteht aus abgestorbenen Geweben, bakteriellen Zellen und Zellen des Immunsystems. Ein Zahnabszess ist die Folge einer akuten Entzündung des periapikalen (umliegenden) Gewebes des Zahns.

 

Aufgrund der Schwere der Krankheitssymptome werden drei Arten von Zahnabszessen unterschieden:

 

Der periapikale Abszess (rund um die Wurzelspitze) – ist die erste Phase der Erkrankung, in der die Entzündung auf das periapikale Gewebe beschränkt ist. Der Patient verspürt starke, pulsierende Schmerzen, die sich im Liegen, unter dem Einfluss von Temperaturänderungen und beim Beißen verstärken. Der Schmerz kann in das Ohr, den Kiefer oder den Hals ausstrahlen. Manchmal treten Schwellungen und Rötungen des Zahnfleisches auf. Ein typisches Symptom eines periapikalen Abszesses ist das Gefühl, einen Zahn aus seinem Zahnfach zu sprengen.

Der subdurale Abszess ist die schärfste Phase der Entzündung. Die eitrige Flüssigkeit dringt in den Knochen ein und es kommt zur Ablösung der Knochenhaut (Periost). Der Patient verspürt deutlich stärkere Schmerzen, die auch auf andere Zähne ausstrahlen. Das Zahnfleisch ist stark gerötet und oft geschwollen. Diese Phase wird normalerweise von einer leicht erhöhten Körpertemperatur begleitet.

Der submukosale Abszess ist das letzte Stadium eines Abszesses. Er bildet sich, wenn ein Abszess durch den Knochen und das Periost unter die Schleimhaut eindringt. Das eitrige Sekret wird oft spontan in den Mund abgegeben, was mit einem unangenehmen Geruch und Geschmack im Mund einhergeht. In dieser Phase spürt der Patient eine sofortige Linderung der Schmerzen, aber die Schwellung des Zahnfleisches nimmt zu. Das Fieber bleibt bestehen. Ein Abszessdurchbruch bedeutet nicht, dass wir uns erholt haben, der Entzündungsprozess geht weiter und kann sich ausbreiten.

 

Weitere Begleitsymptome sind:

  • Empfindlichkeit der Zähne
  • Schwellung der Lymphknoten im Hals und unter dem Kiefer
  • Schüttelfrost
  • Rötung und Schwellung des Gesichts,

 

 

Wie entstehen Abszesse?

 

Zahnabszesse werden hauptsächlich durch unbehandelte Karies und Parodontitis verursacht. Da die Karies tief in den Zahn eindringt, gelangen die Bakterien immer häufiger ins Zahnmark, in der sie sich leicht entwickeln und Toxine produzieren können. Die Pulpa-Infektion breitet sich zunächst auf die Wurzelkanäle und dann auf das umliegende Gewebe des Zahns aus und verursacht eine akute, eitrige Entzündung dieser Gewebe, die zu einem Zahnabszess führt. Die klassische dicke Backe ist entstanden.

 

Undichtigkeiten zwischen der Füllung und der Zahnwand, durch die Mikroorganismen tief in den Zahn eindringen können, können ebenfalls zur Entstehung eines Abszesses führen.

 

Infektionen des Wurzelnerven, die zur Entwicklung eines Zahnabszesses führen, können auch als Folge der Freilegung der Wurzelnervanteile beim Beschleifen einer Füllung oder Zahnkrone auftreten. Es kommt vor, dass Abszesse eine Komplikation der Wurzelkanalbehandlung sind. Verschiedene mechanische oder chemische Verletzungen können ebenfalls zu einer eitrigen Entzündung führen.

 

Wie behandelt man einen Zahnabszess?

Zahnabszesse sollten beim Zahnarzt behandelt werden. Hausgemachte Methoden lindern nur die Symptome, sie sind kein effektiver Weg, um einen kranken Zahn zu behandeln. Schmerzmittel, entzündungshemmende Mittel und verschiedene Kräuterspülungen, die die sichtbare Schwellung des Zahnfleisches reduzieren sollen, lösen das Problem nicht wirklich. Auch einen sichtbaren Abszess sollten Sie nicht eigenmächtig punktieren, um den angesammelten Eiter zu entfernen. Wenn Sie bereits die ersten besorgniserregenden Symptome von Zahnschmerzen bemerken, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Zahnarzt aufsuchen. Eine schnelle Reaktion verhindert, dass sich die Krankheit entwickelt, außerdem ersparen Sie sich unnötige Schmerzen, und die Behandlung ist wahrscheinlich billiger und angenehmer. Im Falle eines sich entwickelnden Zahnabszesses macht das Hinauszögern des Zahnarztbesuches die Sache nur noch schlimmer.

Die Behandlung von Zahnabszessen basiert auf der Entfernung des angesammelten Eiters.

Ubi pus, ibi evacua sagen die lateinischen Mediziner. Es bedeutet, wo Eiter sich befindet, da muss er abfließen und sich entleeren.

Im Falle eines periapikalen Abszesses kann der Eiter oft während der Wurzelkanalbehandlung entfernt werden. Dabei entfernt der Zahnarzt das erkrankte Zahnmark und reinigt die Kanäle, füllt sie anschließend auf und baut die Zahnkrone wieder auf. In manchen Fällen ist der Zahn so geschädigt, dass es leider notwendig ist, die Spitze der erkrankten Wurzel zu extrahieren oder zu resezieren.

Wenn sich der Abszess bis zum Weichgewebe vorgedrungen ist, macht der Zahnarzt unter Betäubung den Abszess auf, damit das Sekret frei abfließen kann, bis alles abheilt. Es geht einem sofort besser.

Wir helfen Ihnen jederzeit gern.